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Buch: Anziehungskraft. Stil kennt keine Größe

(Eine) Clutch geht immer

Buch: Anziehungskraft. Stil kennt keine Größe

„Wenn nichts mehr geht, eine Clutch geht immer.“ Dieser Satz von Guido Maria Kretschmer aus seinem Buch „Anziehungskraft – Stil kennt keine Größe“ ist das einzige Statement von ihm, das ich hier vehement bestreiten möchte.

 

Ich finde diese Clutch-Taschen absolut unpraktisch. Mag sein, dass sie für (zu) dünne Frauen wie geschaffen sind, um sich den ganzen Abend daran festzuhalten.  Aber nehmen wir den Gang zum Büffet: in der einen Hand den Teller in der anderen die Clutch. Essen auffüllen unmöglich. Ok, vielleicht sind dünne Frauen gerade deshalb dünn.
Oder aber Applaus in der Oper:  Heißt das Ding etwa deshalb Clutch? Weil man drauf klatscht? – Ja ich weiß, man kann sich das Ding auch elegant (wie ein Fieberthermometer) in die schweißnasse Achselhöhle klemmen. Und falls diese bis dahin noch nicht schweißnass war, wenn man erstmal angestrengt die Tasche drunter klemmt, wird sie es bestimmt.  Und wenn das Prachtstück, das wohlmöglich einen halben Monatslohn gekostet hat, unschöne Transpirant-Ränder bekommt, geht das bestimmt nicht als Design-Upgrade durch.
Was tut man in diese flachen Dinger überhaupt rein? Ein Lippenstift zaubert ja schon eine unschöne Beule. Also ein Taschentuch, eine Slipeinlage, eine Ersatzstrumpfhose oder Strümpfe (max. 15 den, flach gefaltet), Briefmarken oder eine CD (braucht man nicht wirklich), alles Kartenförmige – Ausweis, Führerschein, Kreditkarte, Parkschein – das könnte sinnvoll sein.

Ändert man die Clutch jedoch in Klatsch, dann stimme ich zu: Klatsch geht immer. Das befreit und lenkt von den eigenen Unzulänglichkeiten ab.

Um nochmal auf das Buch zurückzukommen: Es ist auf alle Fälle wirklich lesenswert. Herr Kretschmer schafft es in seiner leicht ironischen Art und mit geschickter Wortwahl die
(Un-) Formen der Frau in ein positives Licht zu stellen. Nimmt man seine Sicht der Dinge an, findet man die eigene Schokoladenseite (auf wenn sie durch selbige bedingt ist) und weiß diese mit kleinen Tricks hervorzuheben, um von anderen Seiten abzulenken. Die Beschreibung der unterschiedlichen Frauen, die  zum Schutz ihrer Persönlichkeit alle „Frau Meisenkaiser“ heißen, sind einfach köstlich. Ich habe viel gelacht, einige meiner Marotten darin entdeckt und tatsächlich einige Anregungen für mich mitgenommen.

Unter anderem kam mir die Idee zu diesem Blog…