Beleuchtete Käseglocke als Adventsdeko

Adventsdeko in der Käseglocke

Ich bin ja eine Freundin der Adventszeit. Mein Mann rollt zwar immer die Augen, weil keine Steckdosen im Haus mehr frei sind, ab er mittlerweile gibt es ja tolle Lichterdeko mit Batteriebetrieb – d.h. mein Mann rollt jetzt mit den Augen als wären sie auf Dauerbetrieb gestellt 😉

Schlicht mit Licht

Mit den Geschenken, die man bekommt, ist das ja immer so eine Sache. Manche sind praktisch, manche schön, manche schön praktisch und manche halt…. So auch meine Käseglocke (oder Tortenglocke?). Halt! Eigentlich hat meine Tochter sie ja zur Konfirmation bekommen – nicht als Geschenk, nein es war eher eine dekorative Verpackung für das eigentliche Geschenk. Aber nun haben wir sie hier stehen, die Käseglocke. Aber jetzt ist Advent und ich habe nun eine Lichtglocke daraus gezaubert.

Das Material

Man nehme:  Käseglocke aus Glas,  10er LED-Lichterkette mit silbernen Kugeln  ein gemischtes Kugelsortiment und einen silbernen (oder farbig passenden) Teller.

LED  Lichterkette mit Silbernen Kugeln  Weihnachtskugeln in lila, rosa, beige Silberteller

Die Anleitung

Die Käseglocke verkehrt herum in einer Hand fixieren. Abwechselnd Kugeln und Leuchtkugeln einlegen. Wenn die Schale voll ist, den Teller drauf legen und das ganze umdrehen. Lichterkette mit Batterien bestücken, anschalten, fertig.

Käseglocke mit Kugeln und Lichterkette Beleuchtete Käseglocke als Adventsdeko

 

 

 

 

Viel Spaß beim Nachbauen. Freue mich über Eure Bilder dazu.

Gartenschaukel in selbstgebauter Laube (c) privat Katja Brößling

Zeit für mich – Komm auf die Schaukel…

…Luise passt leider nicht, denn so heißt bei uns niemand. Fällt einem auch nur ein, wenn man seit fast 20 Jahren mit einem  Mann zusammen ist,  der einem morgens um 7 Uhr schon Ohrwürmer von unmöglichen Schlagern ins Ohr pflanzt. Aber um den geht es jetzt auch eher am Rande.

Es geht hier eher um das Thema #MeTime – Zeit für mich, welches durch Mama on the Rocks als Blogparade gestartet wurde. Das Thema hat auch mich seit geraumer Zeit in der Zange, auch wenn die Kinder schon auf das Abi zusteuern und Kindergarten ein Relikt aus der Vergangenheit ist. Und trotzdem „opfert“ man die eigene Zeit (als ob Zeit einem gehören würde) doch immer wieder den Bedürfnissen des Nachwuchses. Training, Zahnarzt, Schuhe zu klein, Kino und noch mehr. Das ist nicht nur mit der Zeit so. Man verzichtet auch auf das letzte Stück der Lieblingsschokolade auf den tollen lila Kugelschreiber und mittlerweile auf Kleidungsstücke, weil dem Teeniekind nun auch meine Sachen passen.

Aber ist es nicht eher so, dass man sich auch ein wenig dahinter versteckt, weil man es eigentlich schon fast verlernt hat, Zeit für sich selbst sinnvoll einzusetzen. Also ich meine jetzt nicht zum Wäsche waschen, Fenster putzen oder doch noch mal eben schnell mails beantworten. Sondern so richtig nur für sich…Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich lange und oft darüber ausgelassen habe, dass der Terminkalender der Kinder mich völlig im Griff hat. Und ich habe mich wie verrückt auf die Ferien gefreut, weil dann endlich kein Training mehr war und auch keine Musikschule. Ich konnte arbeiten wie ich wollte und auch mal ohne Unterbrechung im Garten puzzeln, wenn das Wetter gut war.  Ich liebe Gartenarbeit – aber es ist, wie der Name schon sagt Arbeit. Und ich habe auch ein Buch gelesen. Früher habe ich Bücher verschlungen – da habe ich mir diese Zeit einfach „genommen“ – anscheinend verlernt man das wirklich. Ich habe jedenfalls gemerkt, dass es mir gut tut. Einfach mal das machen, was mir gerade in den Sinn kommt, einfach mal Gedanken treiben lassen. Ich habe mich tatsächlich hinter den Aktivitäten der Kinder versteckt. So musste ich mich nicht damit beschäftigen, neue Kontakte und Aktivitäten für mich zu suchen, denn das fiel mir nach unserem Umzug hierher sehr schwer. So langsam finde ich den Bogen und könnte mich sogar mit dem Gedanken anfreunden, mal zum hiesigen Sportverein zu gehen oder vielleicht doch zum Chor. Etwas das nur ich für mich mache…

Egoismus zeigen

Ich habe vor einigen Jahren eine Gartenliege geschenkt bekommen, weil ich jemandem bei etwas besonderem geholfen habe. Diese Liege habe ich gegen alle Ansprüche verteidigt, in dem ich von vornherein angekündigt habe, dass das nun ganz allein meine Liege sei, und die damals noch kleineren Kinder waren von der Ansage beeindruckt. Denn das kannten sie nicht von mir und haben es akzeptiert. Es fiel mir auch nicht schwer, sie davon zu verscheuchen, wenn sie sich doch darauf breit gemacht hatten. Klare Ansage.

Gartenschaukel in selbstgebauter Laube (c) privat Katja BrößlingNun hat mir meine Familie – organisiert von den geliebten zeitraubenden Kindern – zu meinem 40. Geburtstag eine Gartenschaukel geschenkt. Und seit gestern hängt sie und ist benutzbar. Ich habe beschlossen, dass diese Schaukel für alle da sein wird. Aber wenn ich darauf sitze, dann heißt das MAMA HAT #MeTime!

Dann können alle mal eine Nummer ziehen und warten, bis sie wieder dran sind 😉

 

Midlife ohne Krise, Katja Brößling, schwarz-weiß-Doppelbild

Thank God it’s 40 – Midlife ohne Krise

Noch eine Woche….40! In meiner verschobenen Selbstwahrnehmung bin ich irgendwo zwischen 27 und 33 hängengeblieben. Bisher dachte ich auch immer, den Geburtstag lasse ich ganz locker an mir vorbeiziehen, so wie die anderen auch. Zwischendurch dachte ich auch mal an die ultimative Gartenparty, aber 90% meiner Lieblingsgäste sind in ihrem wohlverdienten Urlaub. (Letztes Jahr wollte ich noch keine Feier planen.) Aber jetzt, eine Woche vorher, bekommt die Zahl doch so etwas „Magisches“. Ich kann noch nicht ganz einordnen, ob magisch gut oder magisch blöd. Sehe ich mein Spiegelbild unbewußt in einem Schaufenster oder in der Terrassentür, zucke ich innerlich ein wenig. 40! Sieht gar nicht anders aus als 38 oder 39 – bis auf die Haarfarbe, die ich von schwarz zu platinblond verwandelt habe (krasser ging es auch kaum). Also kein Grund zur Panik. Und trotzdem fühlt es sich anders an.

Im Teenie-Alter fiebert man der 18 entgegen – endlich frei, endlich allein verantwortlich…aber eigentlich auch noch ganz schön, wenn man nach durchzechten Nächten in das heimische Bett fällt und am nächsten Morgen auch mal eine Vorlesung verschlafen kann. Wenn man soviel Glück wie ich hatte, stand sogar Frühstück da.

In den Zwanzigern fühlt man sich dann endlich wirklich erwachsen. Eigene Wohnung, Traummann am Frühstückstisch und nach dem Abschluss die Geburtswehen. Ok. Das macht jetzt nicht jede Frau so – aber ich habe es bisher nicht bereut, mit 24 das erste Kind zu bekommen. Das zweite, weil es so schön war, gleich hinterher und irgendwie bin ich ab dann nicht so wirklich älter geworden – zumindest in meinem Kopf nicht. die Möglichkeiten, die das Leben bot, wurden so gut genutzt, wie es ging. Mittlerweile bin ich Umzugsprofi und habe auch schon zwei Häuser ge- und ein Haus verkauft. Dinge, die mir mit Anfang 20 völlig unmöglich erschienen, bin ich bis zu meinem 21. Geburtstag doch niemals umgezogen. Meinen 30. Geburtstag feierte ich mit vielen Freunden und einer tollen Party.  Ab da hörte das altern nun aber wirklich auf…

Mit 38 kam der erste „Gesundheitsknick“. Ich musste mir nach dem letzten Umzug eingestehen, dass ich wohl eher nicht mehr 27 war und ich etwas mehr Zeit brauche, um mich von Strapazen zu erholen. Ich mußte mich tatsächlich neu kennen lernen. Ein schwieriger Schritt, kannte ich mich doch bisher nur als Elan geladenes Energiebündel mit einem Faible für Garten, Handarbeiten und gute Bücher. Ausgeglichenheit auf ganzer Linie also. Nun war dieses Gleichgewicht das erste mal gestört und ich musste mich wieder ausbalancieren. Ich weiß nicht, ob ich wirklich schon damit fertig bin.

Jetzt mit „noch“ 39 habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, entdecke gerade, was wir wirklich Spaß macht, und nabele mich nach und nach von meinen Teenie-Kindern ab, die mir zeigen, dass ich das mit der Erziehung zu gewisser Selbstständigkeit wohl ganz gut hinbekommen habe. Und gerade durch meine neue Beschäftigung kam das Grübeln über die 40. Durch die sozialen Netzwerke wurde ich auf verschiedene Blogs und Artikel aufmerksam, von denen mir die 40 geradezu entgegen „leuchtete“. Nicht warnend, wie ein Alarmsignal, eher einladend lockend. Was erwartet mich hinter dieser magischen Zahl?
Ich las mich also durch das Blogazine 40 Something,  stöberte auf Life40up! und verschlang die Montagsinterviews mit Frauen ab 40/50/60 von texterella. Statt Brigitte lese ich jetzt Brigitte women.

So richtig greifbar schien mir der Unterschied von „vor 40″ zu „nach 40″ noch nicht. Bis mir der Untertitel bei 40 Something auffiel: ENDLICH ALT GENUG!  Und das hört sich richtig gut an.

Endlich alt genug: für mich selbst, für eine neue Zweisamkeit, für den Wandel von der Mutter zur Freundin (in dem Fall ist jetzt meine Tochter alt genug), für einen neuen Weg, für ein neues Hobby… und trotzdem jung genug für alles.

Ja man kann 40 gut als Mitte des Lebens ansehen. Man ist noch mittendrin und und begeisterungsfähig für Neues. Midlife ohne Krise! Man muss seine Kosmetik noch nicht auf reife Haut umstellen und kann heute Hoodies und Sneaker und morgen elegante Kleider tragen. Also auf zu neuen Ufern.

Midlife ohne Krise, Katja Brößling, schwarz-weiß-Doppelbild

Und trotzdem: Sachen, die ich bei meiner Mutter nie verstand, schleichen sich immer mehr in mein Leben – ich sag nur Handcreme…

Wer definiert eigentlich was Karriere ist?

Inspiriert durch den Aufruf des Xing Spielraums zur Blogparade #KindUNDKarriere, kam mir als erstes die Frage in den Sinn: Wie definiert man eigentlich Karriere? Gibt es da etwas Allgemeingültiges oder ist das persönliche Auslegungssache?

Ein Ritt auf der Erfolgsleiter

Ich habe mal den Duden befragt. Dieser versteht unter Karriere:
1. erfolgreicher Aufstieg im Beruf
2. schnellste Gangart des Pferdes, gestreckter Galopp.
Für den Fall der geführten Diskussion geht es also um den beruflichen Aufstieg. Mit Kind(ern). Ich setze das gleich mit dem Bild, dass man als Frau permanent im gestreckten Galopp unterwegs ist.

Die große Erwartungshaltung

Ich frage mich, wer eigentlich diese Erwartungshaltung etabliert hat? Natürlich sollte es selbstverständlich sein, dass man als Frau UND Mutter die Chance hat, sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Aber bin ich denn nur was wert, wenn ich „Karriere“ machen? Reicht es nicht, dass ich einem Beruf nachgehe der mir Spaß macht und mich erfüllt und ich noch Zeit zum Leben mit meiner Familie habe? Für mich jedenfalls schon.

Gleichberechtigung ist nicht gleich Berechtigung…

Doch das ist das Dilemma. Denn selbst die vereinfachte Form Kind UND Berufsleben kann an den unterschiedlichsten Sachen scheitern und bestraft Frauen zudem mit vielen Nachteilen (ich sag nur RENTE).
Fangen wir doch mal ganz einfach beim Berufsleben ohne Kind an. Erstens verdiene ich als Frau schon mal von vornherein weniger als männliche Kollegen mit gleicher Qualifizierung und gleichen Aufgaben. Das ist eben so! – ist die Standardantwort auf ein warum. Oder hat jemand dafür schon mal eine plausible Erklärung erhalten. Ich bin lernfähig, also her damit. Zweitens werde ich von Vornherein als potentielles Zuchttier angesehen. Die verbotenen Fragen im Bewerbungsgespräch werden sowieso gestellt. Man muss sich also dafür rechtfertigen, dass man als Frau zur Welt kam und wie man das managen will – chinesische Verhältnisse?
Nun die Leistungssteigerung: Berufsleben mit Kind. Müssen wir wirklich schon dafür dankbar sein,  dass wir nach der Erziehungszeit zurückkommen dürfen? Warum werden wir als Mutter-mit-Kind definiert und nicht als qualifizierte Arbeitnehmerin mit gesteigerter Belastungsfähigkeit und einer erweiterten Spezialisierung in flexibler Organisation (denn das haben wir ja alles während der Auszeit trainiert)?

Aus eigener Erfahrung kann ich folgende Anekdote beisteuern: Ich habe ganz bewußt meine Familienplanung so gelegt, dass ich direkt nach dem Diplom mit zwei Kindern durchgestartet bin. Mein Plan und Gedanke: wenn ich dann einsteige, bin ich kein potentielles Ausfallrisiko für längere Zeiten, denn die Betreuung der Kinder im Krankheitsfall war organisiert. Mit diesem kühnen Satz in meiner Bewerbung kassierte ich weit mehr als 60 Absagen. Dann machte ich etwas, was ich nie machen wollte: ich frisierte meinen Lebenslauf und fügte nach dem Studium eine Weltreise zur Selbstfindung und Sammeln von Lebenserfahrung ein. Jede weitere Bewerbung mündete in einer Einladung zum Gespräch. Wenn die Frage nach der Familienplanung kam und ich mit abgeschlossen! antwortete, kam meistens gleich: „Sind sie sicher, dass Sie keine Kinder möchten? Sie sind doch nicht mal 30!“  Und wenn ich dann mit  „Meine zwei sind mir genug“ konterte, gefror der Besprechungsraum jedesmal zu einem Eiskeller und das Gespräch wurde schnell beendet.

Können gegen Klischee

Ich habe selbst Personalwesen studiert und ich bin mir sehr sicher, dass ich diese Klischees dort nicht offiziell gelehrt bekommen habe. Die Professoren (allesamt männlich) kamen mit modernen Einstellungen daher und niemand bereitete uns auf diese Szenarien vor. Aber man kannte sie ja vom Hören-Sagen. Wenn man jung ist glaubt man zuerst noch an den Weihnachtsmann und später daran, dass alles besser wird. Noch später weiß man, das Klischees länger leben als neue Ideen. Ich selbst hoffte immer, dass doch mal jemand erkennen muss, dass man sich mit Müttern unglaublich flexible, belastbare und erprobte Organisationstalente in das Unternehmen holt, die neben Plan B auch noch bis Plan F gehen. Diese Unternehmer gibt es, aber man findet sie meist nur zufällig. Sie sind schlaue Macher und stille Könner. Sie posaunen Ihre Erkenntnisse nicht in die Wirtschaftswelt. Und ich denke, es liegt daran,  dass der Rest sie nur müde belächeln würde.

Wo bleibt die Selbstbestimmung?

Die Gesellschaft lebt heutzutage schizophren. Will die Frau sich neben der Mutterrolle beruflich verwirklichen, fehlt es an infrastrukturelle Voraussetzungen und Verständnis in den Chefetagen. Entscheidet sich die Frau für ein Leben ohne Karriere, passt sie nicht in das gängige Gesellschaftsbild und muss sich dafür rechtfertigen, anscheinend mit mangelndem Selbstbewusstsein ausgestattet zu sein und die Errungenschaften der Emanzipation in den Dreck zu treten (ja auch die Ansicht gibt es).
Viele Menschen machen sich viele Gedanken um den besten Weg. Ich denke, es gibt nicht die beste Lösung. Es gibt viele individuelle Lösungen und die beruhen auf Verständnis, Erkenntnis und Anerkennung für das selbstbestimmte Leben.

Vor einiger Zeit gab es genau zu dem Thema eine sehr interessante Online-Live-Diskussion auf NIDO.de mit den Autorinnen des Buches „Die Alles-ist-möglich-Lüge“. Leider kann man sich das wohl nicht mehr nachträglich ansehen. (Ich habe es nicht gefunden).

Aber man kann auch das Buch lesen:

Titelblatt Flow

FLOW – warum müssen tolle Zeitschriften so teuer sein?

Der Vorteil von Bahnhofsbuchhandlungen ist ja, dass man da Zeitschriften und Magazine findet, die es in der Zeitschriftenabteilung des Supermarktes nicht gibt. So auch FLOW. Ich könnte nicht mal so genau sagen, warum mich dieses Magazin sofort angesprochen hat und so zu einer spontanen Kaufentscheidung führte. Wenn ich es jetzt betrachte, denke ich, es war diese Schlichtheit. Titel + philosophischer Spruch + Hintergrundgrafik. Mehr nicht. Keine reißerischen Schlagzeilen, keine Diät, keine Frisuren und Make-up-Vorschläge. Drei Themen prägnant auf einem aufgeklebten Etikett, die ansprechend waren.

Titelblatt Flow

Titelblatt Flow

Der Schock an der Kasse: 6,95 Euro! Mensch. Da krieg ich ja fast ein Taschenbuch für. Und das lese ich länger. Na ja. Aber wer macht an der Kasse schon einen Rückzieher? Ich hätte ja gleich mal auf den Preis schauen können.

Also ab aufs Sofa mit mir und der Zeitung. Vorher noch einen Tee kochen – sieht schließlich nach Herbst aus draußen.  Die erste Doppelseite: bunte Herbstblätter und ein kleines Label, in dem ich vermerken kann, dass das meine Flow ist.  Wie nett. Es folgen das in den Zeitschriften übliche Statement der Chefredaktion zum Titelthema und ein sehr übersichtliches Inhaltsverzeichnis. Gut. Das ist auch nichts neues. Doch die Aufmachung die dann kommt, spricht mich wirklich an. Jedes einzelne Themengebiet fängt mit einer sehr schön gestalteten Lesezeichen-Seite an, die mit ein  wenig Bastelgeschick zum Register wird – ich liebe basteln. Dann folgt ein nettes Gedicht oder ein sinniger Spruch. Ach schön. Das Thema, das sich durch das ganze Heft zieht, heißt „Klein und gross“ und handelt von der Reduzierung auf das Wesentliche – das Simplyfy-your-life-Prinzip. Das hat den Vorteil, dass ich nicht von Themen angespornt werde, noch schöner, noch schlanker und noch erfolgreicher sein zu müssen. Nein, das Lesen im Magazin entspannt und bringt anregende Gedanken. Es entschleunigt. Ein sehr schöner Effekt.

Sehr interessant der plötzliche Wechsel von Recyclingpapier auf weißen Hochglanz beim Thema „Spoil yourself“. Aber der ist schnell erklärt. Auch wenn es sehr schön umgesetzt ist, erhalte ich hier die versteckten Kaufempfehlungen. Schade. Habe ich doch gerade gelesen, dass man gar nicht viel braucht um glücklich zu sein. Ein wenig widersprüchlich. Aber zur Verteidigung sei gesagt:  Dafür werde ich in allen anderen Bereichen von Werbung verschont und da ich ja außen nun mein Register drangebastelt habe, kann ich diese beim nächsten Lesen ja komplett überblättern 😉
Zum Schluss wird es nochmal kreativ. Häkeln, Basteln, Schreiben – ich wollte schon immer wissen, wie man Granny Squares häkelt. 😀

Flow „wirbt“ auf der Titelseite mit „Inspiration-Ideen-Einblicke-Anstösse“ und wird dem im Inhalt auch wirklich gerecht.  Bei Facebook fand ich die Bezeichnung „Das Magazin für Achtsamkeit, Positive Psychologie und Selbstgemachtes“ mehr als treffend.
Also gut – die 6,95 waren, dafür dass man das Geld nur alle zwei  Monate ausgeben muss, gerechtfertigt. Das Heft werde ich durchaus öfter in die Hand nehmen und für die nächste Ausgabe fahre ich dann auch gern wieder extra zum Bahnhof.

 

Loopschal mit Fallmaschen

Warum man (frau) bei 30 Grad Hitze einen gestrickten Loopschal braucht

Da gibt es für Frau definitiv mehrere plausible Gründe:

  • von der Klimaanlage im Auto bekommt man sonst einen kalten Nacken
  • der Loopschal kaschiert einen Fleck auf der Bluse
  • er passt sooo gut zur Handtasche (zu den Sandalen, zum Nagellack…)

Ich könnte diese Liste hier noch beliebig fortsetzen. Aber der wahre Grund ist, dass frau etwas sichtbares und bewundernswertes erschaffen will.
Denn mal ganz ehrlich: welche Frau wird denn dafür bewundert, dass sie neben dem Job noch die Wäsche macht, das Haus halbwegs in Ordnung hält, einkaufen geht, die Familie bekocht, Taxi fährt (zumindest für die eigenen Kinder). Dieser (fast) immer gleiche Zustand, dass alles in Ordnung ist und alles klappt, wird von der Umwelt als gegeben hingenommen.
Aber wehe das Lieblingsshirt ist noch nicht gewaschen, weil es aufgrund von Dauerregen draußen eh nicht trocknen würde und auch nicht trocknergeeignet ist. Oder das Lieblingsgetränk ist nicht mehr im Kühlschrank, weil man nun mal nicht während der Arbeitszeit einkaufen fahren kann. Oder es gibt statt Bolognese mal Zucchini-Käse-Sauce, weil frau auch mal das essen möchte worauf sie Appetit hat (schließlich hätte sie ja auch zwei Saucen machen können). Ja dann…. wird gezetert und kritisiert was das Zeug hält.

Zugegeben: frau selbst macht die ganzen Sachen einfach und bemerkt auch nicht, was sie da eigentlich leistet. Es sagt ihr ja auch keiner.  Deshalb sucht frau sich sogenannte kreative Hobbies, bei denen dann ein bewundernswertes Ergebnis rauskommt. Diese Hobbies sind dann zum Teil noch arbeitsintensiver als die restliche Hausarbeit, aber sie machen einfach glücklich.

Fallmaschen-Loopschal

Fallmaschen-Loopschal

Und deshalb braucht frau bei 30 Grad einen gestrickten Loopschal, den sie mal eben an einem Abend strickt , weil nämlich das Unkraut im Garten bei 30 Grad keine Lust mehr hat zu wachsen, die Blumen sowieso gerade in voller Pracht stehen und die Marmeladengläser auch schon alle voll sind.

Der Schal ist aus Bändchengarn aus 100% Baumwolle mit einer 10er Rundstrick-Nadel gestrickt. Das ganze hat nicht mal 3 Stunden gedauert. Die Anleitung für den Fallmaschenloop findet frau bei Kunzfrau-Kreativ.

Und das beste an dem Schal ist: er passt farblich nicht zu den Klamotten meiner Tochter und bleibt deshalb meiner 😉  Darum kommt er auch zu RUMS

 

Bienen auf Sonntagsausflug

           Kleine Fotoserie zum Artikel: Ein Sonntag mit dem Schwarm…

Bienenschwarm

Binnen Sekunden rotiert eine schwarze Wolke durch den Garten – Geräuschkulisse inklusive

Bienenschwarm landet

Als Landeplatz wurde der Ast einer alten Küstentanne auserkoren

Fliegenden Bienen vor einem Tannenzweig

Die Bienen sammeln sich zu einer schützenden Traube um ihre Königin.

Bienenschwarm landet

Der Ast biegt sich schon nach unten

Bienenschwarm landet (2)

So langsam setzen sich nun auch die letzten Bienen

 

Bienen auf dem Anflugbrett

Nachdem sie unsanft vom Ast geschüttelt wurden, sind sie in ihrer neuen Behausung schnell heimisch geworden.

 Bienen beim Anflug auf ihre Bienenbeute

 

Bienenschwarm

Ein Sonntag mit dem Schwarm oder: Tausende Damen on Tour

Erstens kommt es anders – und zweitens als man denkt. Das gilt für viele Lebenslagen. Bei uns hauptsächlich für Sonntage, so auch für den letzten.
Wir hatten den Samstag ausgiebig mit Arbeit ausgefüllt: Honig schleudern, Unkraut jäten, ein neues Gehege für die Kaninchen bauen, etc. Der Sonntag sollte diesmal auch Sonntag sein. Also morgens um 9 die Gartenmöbel von der Terrasse unter die große Tanne gestellt für ein gemütliches Frühstück im Sonnenschein. Das währte genau so lange, bis sich plötzlich eines unserer Kaninchen dazu gesellte, das ja eigentlich im neuen Gehege frühstücken sollte. Es hatte sich jedoch für einen Fluchtversuch durch Tunnelbau entschieden und zwang uns so zu einer spontanen Kaninchenjagd.

Nach erfolgreicher Arrestierung des Flüchtlings gingen wir zum zweiten Kaffee über. Der blaue Himmel und die strahlende Sonne ließen in mir den irrwitzigen Plan reifen, meine Gartenliege für diesen Sommer einzuweihen. Also Frühstückstisch abräumen, den Dachboden durchstöbern nach den großen Kissen, Liege in Position bringen, Zeitschrift und Sonnencreme dazu – ich spürte schon die nahende Entspannung.
Telefon – die SchwieMu! Natürlich ist mein Mann in solchen Momenten nicht in der Nähe (ich bin überzeugt, Männer haben ein extra Gen dafür, genau in diesem Moment unauffindbar zu sein). Na gut. Ein bisschen (30 Minuten!) Konversation und der Sonntag kann weitergehen.  Ab auf die Liege und dem Zwitschern der Vögel und dem Summen der Bienen lauschen…

Bienenschwarm…und schon schob sich eine Wolke vor die Sonne. Aber keine Schönwetterwolke. Nein! Es war eine dunkle Wolke bestehend aus tausenden Bienen samt Königin,  die beschlossen hatten, dass Sonntag der perfekte Tag zum Ausschwärmen sei.

Runter von der Liege und ein Stoßgebet gen Himmel, dass der Schwarm doch im eigenen Garten landen möge. Ich hatte wahrlich keine Lust mit meinem Mann durch die Nachbarsgärten zu ziehen, um die Damenmannschaft wieder einzufangen. Da so ein königliches Gefolge ja Kundschafter aussendet, die einen würdigen Landeplatz suchen, hatte ich Zeit die Kamera zu holen und das ganze zu dokumentieren. Mein Mann bereitete in der Zeit die unausweichliche Einfangaktion vor.

Der Schwarm wußte unseren Garten anscheinend zu schätzen – oder hatte mangels vernünftigen Schuhwerks keine Lust auf lange Reisen 😉 – und landete in der oben erwähnten Tanne – vorsichtig geschätzt so in fünf bis sechs Metern Höhe.
Ich mache es kurz: Bienen beim Anflug auf ihre Bienenbeute
Große Leiter drunter, Imkersachen an, die wimmelnde Traube mit Wasser besprühen, dass die Damen enger zusammenrücken, eine großen Schwarmfangsack druntergehalten und beherzt geschüttelt.  So hatte die Reisegruppe zwar kein ausfüllendes Tagesprogramm genossen, dafür durfte sie ein schickes „Appartementhaus“ beziehen.

Und ich? Ich nahm jetzt wieder meine Liege in Beschlag und genoss nun doch noch den sonnigen Sonntagnachmittag 😉

Noch mehr Fotos gibt es hier >>

Ostfriesen-Krimis von Klaus-Peter Wolf

Mordlustige Ostfriesen – spannende Urlaubslektüren für Nordsee-Touristen

Die Norddeutschen gehören laut Umfrage zu den glücklichsten Menschen der Republik. Das liegt sicher an der unvergleichlichen Umgebung und der nordischen Gemütlichkeit. Die Leute hier sind sturmerprobt und lassen sich durch nichts so leicht umhauen.

Ostfriesen-Krimis von Klaus-Peter Wolf

Betritt man aber mal eine Buchhandlung und begibt sich in die „Regionalabteilung“, finden sich dort neben den üblichen Reiseführern, Gezeiten-Kalendern und Landfrauenkochbüchern (die ich sehr schätze) eine unglaubliche Vielzahl an „Ostfriesen-Krimis“.  Das lässt die Vermutung aufkommen, dass die es sich auch um ein sehr mordlustiges Völkchen handelt. Da kann ich beruhigen. Hier finden auch nicht mehr Morde statt als anderswo, dafür scheint die Gegend sich sehr positiv auf die Kreativität von Krimiautoren auszuwirken.

In meiner Tasche landete neulich eher zufällig ein Krimi von Klaus-Peter Wolf „Ostfriesenmoor“ – der siebte Fall für die ostfriesische Polizistin Ann Kathrin Klaasen. Gefesselt vom Fall und der unglaublich ergreifenden Beschreibung der wunderschönen Gegend fraß ich mich an zwei Abenden durch das Buch. Auch ohne die sechs vorangegangenen Teile zu kennen, konnte ich mich ohne Schwierigkeiten einlesen. Der Autor erfindet Fälle in einer absolut realen Gegend. Wenn man die mörderische Erzählung ausblendet, hat man einen 1-A-Insider-Reiseführer von Ostfriesland. Denn die Orte, Hotels, Gaststätten, Cafes und sogar einige Personen findet man ohne Probleme wieder. Man spürt die Verbundenheit des Autors mit seiner Wahlheimat wirklich in jedem Wort.

Ich habe mir mittlerweile auch die ersten vier Teile zugelegt und gelesen – Teil fünf und sechs sind demnächst noch dran. Und ich muss sagen:  auch die kriminalistische Handlung läßt keine Wünsche offen. Von künstlerisch inszenierten Leichen, über verschiedene Mordmethoden bis hin zu lebendig eingemauerten Frauen. Der Phantasie werden Tür und Tor geöffnet.

Für jeden, der jetzt Geschmack bekommen hat und diese Bücher lesen möchte: Lesen Sie diese direkt im Urlaub und besuchen Sie die Schauplätze, denn wenn Sie sie zuhause lesen, werden Sie einem inneren Zwang unterliegen und sofort Urlaub an der Nordsee buchen 😉

zwei katzen unterm sofa

Wohnt Schmidt’s Katze unter Hempel’s Sofa?

Wer hat eigentlich diese unsäglichen Redewendungen geprägt? Wie schnell vergleicht man etwas reales mit imaginären Sachen, die eigentliche keinen fassbaren Wert vermitteln? Eben, dass da „was abgeht, wie Schmidt’s Katze“, von der niemand wirklich weiß, ob sie Schmidt, Schmitt oder doch gleich Schmitz heißt. Gehörte sie vielleicht gar dem Altkanzler? Gibt es einen Beweis dafür, dass dieses Tier mit einem unglaublichen Tempo durch’s Leben flitzt? Oder ist es vielleicht doch eher ein ganz gemütliches Tier, das sich am liebsten nur vom Lieblingsplatz zum Fressnapf und wieder zurück bewegt?

zwei katzen unterm sofaUnd wer weiß schon, wie es unter der wohnzimmerlichen Sitzgelegenheit der Familie Hempel aussieht? Tut man hier vielleicht den Besitzern Unrecht, wenn man immer voraussetzt, dort würde ein unsägliches Chaos herrschen? Jedenfalls ertappe ich mich immer wieder bei diesen Vergleichen, die der Realität nicht standhalten.  Wie hoch müssten denn da die Beine von besagtem Sofa sein, wenn ich die zeitweilige Unordnung der Kinderzimmer darunter verstauen wollte? Man bräuchte wohl eine Leiter, um darauf Platz zu nehmen.

Wenn ich nicht Hempel’s Unrecht tun möchte, ziehe ich auch gern mal die Hottentotten heran: „…eine in der Kolonialzeit von den Buren erstmals verwendete Sammelbezeichnung für die in Südafrika und Namibia lebende Völkerfamilie der Khoi Khoi…“ (siehe wikipedia). Natürlich habe ich auch nicht die geringste Ahnung, wie es in deren Behausungen aussieht, geschweige denn, wie es bei denen eigentlich zugeht, trotzdem vergleiche ich die pubertierenden Teenager meiner Familie gern mal mit diesem Volksstamm. Ich bin mir auch nicht ganz sicher ob ich damit eher meinen Kindern oder den Hottentotten Unrecht tue.

Tier, Sitzmöbel und Völkerstamm gehören zu unserem etablierten Wortschatz und das wird sich sicher auch nicht so schnell ändern.  Nur die Frage, ob Schmidt’s Katze eventuell unter Hempel’s Sofa wohnt (kam im Gespräch mit den erwähnten Teenagern auf), hat mich etwas nachdenklich gestimmt 😉

 

Das Bild gibt es bei opixx.org